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Technologie macht Geschichte: 3D-Scanning für das Historische Museum Frankfurt

OfficeXpress GmbH
2026-07-15 11:31:00 / 3D-Scan / Kommentare 0
Begreifen, ohne anzufassen

Ausstellungsstücke sind inzwischen weit mehr als bloße Anschauungsobjekte:

Moderne Museen möchten ihren Besuchern die Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar machen – etwas, das in der Umsetzung kreative Lösungen erfordert. Immerhin sind die ausgestellten Kunst- und Kulturgegenstände oftmals von einem gewissen Alter und entsprechend wertvoll und sogar empfindlich. Jede Berührung, egal ob durch Besucher oder geschultes Personal, erhöht das Risiko von Kratzern, Korrosion und anderen Schäden. 

Wie also können diese Zeitzeugnisse geschützt und gleichzeitig für die Ausstellung und Forschung zugänglich gemacht werden? 

3D-Technologie für Museumsarbeit

3D-Technologie ermöglicht die Digitalisierung von Kulturgut, also die Erfassung von wertvollen und sensiblen Objekten als hochauflösende 3D-Daten, und das weitaus detailreicher und originalgetreuer, als es herkömmliche Methoden können. Ein weiterer Vorteil gegenüber klassischen 2D-Aufnahmen: Auch die spezifische Geometrie und Oberflächenstruktur, im Falle von Münzen beispielsweise Gravuren und Reliefs, können exakt erfasst und digitalisiert werden. 

Der MEDIT SOLUTIONX C500

Für das Scannen entscheidet sich Andreas für den stationären 3D-Scanner MEDIT SOLUTIONX C500. Er ist ideal für mittelgroße bis kleine Objekten wie Münzen und begeistert durch seine hervorragende Datenqualität. Dank zwei 5,0-Megapixel-Kameras mit blauen LED-Projektionen erfasst er Objekte mit einer Präzision von bis zu +/-10 Mikrometern nach dem deutschen Standard VDI/VDE 2634. Damit ist er bestens geeignet für die Digitalisierung von Objekten zur Archivierung und Bereitstellung für Wissenschaft, Forschung, Ausstellung und Bildung. 

Projekt auf einem Blick

Scanner
3D-Scan mit dem MEDIT SOLUTIONX C500

Präzision
bis zu +/- 10 Mikrometer

Ergebnis
3D-Scans, STL-Modelle, Datenarchiv, 3D-Druck

Nutzen
Schutz der Originalen, Barrierefreiheit, Forschung und Bildung

Herausforderung historischer Objekte

Für den Auftrag war Andreas direkt vor Ort im Einsatz – und bewies besonderes Fingerspitzengefühl im Umgang mit den kostbaren Kulturgegenständen. Denn um die Originale bestmöglich zu schützen, galten strenge Sicherheitsregelungen: So durften die Münzen, um den Kontakt möglichst gering zu halten, nur am Rand berührt werden und wurden im Tresor gelagert, wenn sie nicht gerade gescannt wurden. 

Das Alter und die Beschaffenheit der Objekte wie Material, Beschichtung, Risse und Korrosion waren eine Herausforderung für sich. Einige Münzen waren außerdem so krumm und verbogen, dass mehrere Scans nötig waren, um wirklich alles exakt zu erfassen.

Für maximale Detailtiefe wurden die Münzen mit dem 90er Sichtfeld und 0,028 mm Punktauflösung vom MEDIT SOLUTIONX C500 gescannt.

Praktische Hilfsmittel

Besonders hilfreich bei dieser Mission war das Spray der Marke AESUB, das speziell für die
Anwendung mit 3D-Scannern entwickelt wurde. Diese Sprays optimieren den Scan-Prozess, indem sie (u. a. auch glänzende und spiegelnde) Oberflächenstrukturen sichtbar machen, ohne das Objekt dauerhaft zu verändern. AESUB-Sprays sind außerdem so formuliert, dass sie nach dem Auftrag rückstandslos verdunsten. Die Schutz- bzw. Abdeckschicht bleibt für einige Zeit sichtbar, beginnt aber nach kurzer Zeit zu verblassen, besonders unter UV-Licht. Völlige Sublimation, keine Reinigung – damit eignen sich AESUB-Sprays hervorragend für sensible Objekte wie diese altertümlichen Münzen.

3D-Drucke für Museumserlebnisse

Mit Scannen allein war es jedoch noch nicht getan. Denn in Bezug auf Besuchererlebnis und insbesondere Barrierefreiheit ergeben sich durch 3D-Technologie ebenfalls spannende
Möglichkeiten. Das Historische Museum Frankfurt äußerte daher einen speziellen Wunsch – und Andreas machte sich an die Umsetzung. Mit Hilfe der CAD-Software Geomagic Design X vergrößerte er das 3D-Modell einer 50-Pfennig Münze auf 200 mm Durchmesser und druckte es. Er wählte dafür einen Resindrucker, der im Vergleich zu einem FFF-Drucker noch mehr Details liefert. Besucher können das 3D-Objekt der Münze anfassen und Feinheiten entdecken, die ihnen beim wesentlich kleineren Original vielleicht entgangen wären. Auch Menschen mit Sehbeeinträchtigungen können auf diese Weise am Angebot des Historischen Museums Frankfurt teilhaben und Geschichte mit anderen Sinnen erfahren. 

Digitalisierung von Daten

Mit viel Geduld, Erfahrung und Feingefühl gelang es Andreas, den Auftrag erfolgreich zu Ende zu bringen.

Das Historische Museum Frankfurt verfügt nun über:

  • hochauflösende 3D-Scans der Münzen
  • 3D-Modelle im STL-Format
  • Roh-, Scan- und bearbeitete Daten für die Langzeitarchivierung und mögliche Reproduktionen
  • einen 3D-Druck einer Münze mit einem vergrößerten Durchmesser von 200 mm inkl.
    Mittelbohrung für die Befestigungsstange 

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